und das auch...
Seifenblasen
Die Wellen schlugen sanft gegen das Ufer des Flusses. Die Nacht verschlang das rauschen des Wassers in ihrer Ewigkeit. Ich stand da und blickte über das Wasser. Die Lichter der Stadt verschwammen mit den Wellen. Oder war es Der Regen? Ich weiss es nicht. Was weiss ich schon? Nichts...Die ganze Nacht hatte ich in dieser Stadt verbracht. War dem lauten Geräuschen gefolgt, hab mich von ihnen verschlingen lassen um im Rausch der Zeit zu tanzen. Zu vergessen.
Aber es wollte nicht gehen. Auch der Alkohol versagte mir diesmal seinen Dienst. Es war immer da. Alles. Sie war immer da.
Und nun stand ich hier an ihrem Lieblingsplatz. Die Stadt war immer noch die gleiche. Und ich? Wer war ich? Etwas hatte sich verändert, ganz langsam hat es sich angeschlichen dieses Gefühl. Dieses Gefühl was alles kaputt zu machen drohte. Sie war doch meine beste Freundin. Und doch mehr. Und doch nicht. Und doch alles.
Bei ihr konnte ich schon immer Ich sein. Musste nie anders sein. Nie irgendwas darstellen. In ihrer Gegenwart war ich einfach nur ich selbst. Ich. Da war keine Angst. Nur Vertrauen und Geborgenheit.
Und nun war sie weg. Wohin? Wer weiss das schon?
Sie hatte sich in ihrer Seele versteckt, ich konnte sie nicht mehr finden. Selbst wenn sie vor mir stand war sie so weit weg. Und dann kam die Angst.
Die Angst sie zu verlieren. Deise Freundschaft zu verlieren. Sie...
Plötzlich war ich nur noch selten ich. Musste aufpassen was ich sage. Blos nichts falsches. Nicht das sie denken könnte....
Was denkt sie überhaupt?
Plötzlich wusste ich nichts mehr. Die Person vor mir war mir so fremd und doch so nah.
Manchmal gab es diese kleinen Momente in denen sie wieder so war wie früher. Früher. Vor diesem Gespräch. Vor diesen Gefühlen.
Manchmal war es so als wäre das alles nicht geschehen. Und dann kam auch die Hoffnung. Hoffnung auf was eigentlich?
Ich war schon ganz durchgefroren. Meine Sachen waren zu einer zweiten, kalten Haut geworden. Und so saß ich da, die Knie bis unters Kinn gezogen und blickte auf das Wasser. Hinter mir erwachte die Stadt, Menschen rannten um nicht nass zu werden. Ich spürte den salzigen Geschmack meiner Tränen auf meinen Lippen, die sich zusammen mit dem warmen Regen den Weg über mein Gesicht bahnten.
Die Lichter der Stadt glitzerten wie Sterne im Morgengrau. Nebel stieg vom Wasser auf. Und langsam bildete sich ihr Gesicht in den Nebelschwanden. Die sanften Züge ihrer Lippen, das Braun ihrer Augen. Ihr Gesicht war so nah. Ich streckte meine Hand aus und lies meine Fingerspitzen über ihre Wangen wandern. Ich konnte die wärme ihrer Haut spüren. Ihren Atem. Plötzlich verzog sich ihr Mund zu einem Lächeln. Mit der nächsten Windböhe verschwand sie wieder und zurück blieb das Grau der Stadt. Als ich mich umdrehte um zu gehen, spürte ich wie die Sonne meine Nasenspitze kitzelte.
Ich geh. Jetzt. Weg. Und komm doch wieder.

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